Interview Jean Paul Imbert

Andreas Blechmann im Gespräch mit Jean Paul Imbert:

       Wann haben sie damit begonnen Orgel zu spielen? Können sie sich noch an diese Zeit in Paris erinnern?


Im Alter von 6 Jahren spielte ich zuerst Klavier, und Orgel mit 13. Das war in Clermont-Ferrand, wo ich geboren bin. Mein erster Orgel Lehrer, Paul Fauchet, war ein Student von Andre Marchal. Mit 15 war ich Titular Organist der Kirche Sainte-Jeanne d’Arc in Clermont-Ferrand. Parallel habe ich Wirtschaft und Politische Studien gemacht, in meiner Stadt zuerst, und später in Paris im Institut d’Etudes Politiques (Sciences-PO).


       Welches war ihr Lehrer, der sie am meisten inspiriert hat?

In dieser Zeit (1963 64 65..) habe ich Pierre Cochereau kennen gelernt und habe ich mit Ihm studiert in Notre-Dame de Paris.


       War es damals schwierig, in Paris eine Stelle als Organist zu bekommen.

In 1970 habe ich Jean Guillou kennen gelernt. Er hat mir vorgeschlagen sein Assistant an Saint-Eustache zu werden, nachdem ich das Offertorium in einem Gottesdienst gespielt hatte nach seiner Einladung.

Später war ich auch Assistant Organist in Saint-Vincent de Paul in Paris.

In 1993 war ich Titular Organist in Notre-Dame des neiges und Künstlerischer Direktor der Konzerte in Alpe d’Hue : das bin ich noch.

Zwischen 1998 und 2008 war ich Titular in Notre-Dame du Perpétuel Secours in Paris.

Welche Orgel hat sie am meisten inspiriert?

Für mich ist die Orgel in Notre-Dame de Paris die beste die ich kenne. Aber Saint-Eustache ist auch ein sehr schönes Instrument und Alpe d’Huez ganz original und fantastisch.

Sie schreiben auch einige Transkriptionen für Orgel. Welches war die Interessanteste? Wo arbeiten sie jetzt gerade dran?

Ich habe Transkriptionnen von Mozart, Haydn, Prokofiev, Grieg, Rachmaninov, Liszt, Verdi, Scriabine….geschrieben.

Aber meine interessanteste Übertragung war Liszt Les Préludes.

       Kennen sie noch Lampenfieber, wie gehen sie damit um?

Leider, das passiert immer, aber ganz verschieden von einem Konzert zu einem anderen. 

Wie "anders" ist der Künstlerberuf im Gegensatz zu anderen Dienstleistungsberufen?

In Frankreich ist es sehr schwer als Organist zu leben. In der Kirche ist man sehr gering bezahlt. Ich habe 25 Jahren in Saint-Eustache, hne Honorar gespielt!! ausgenommen für Hochzeiten und Begräbnisse.

In Notre-Dame du Perpétuel Secours hatte ich nur zwei Gottesdienste in der Woche zu spielen. Und davon kann niemand leben.

Dafür müssen die Organisten unterrichten, Konzerte spielen, CD aufnehmen…