Interview mit Adréana Kraschewski zum Konzert in Ahlen am 05.11.2016

In einem Interview für das Konzert in Ahlen äußerte sich die sympathische Sängerin...

 

Welche musikalischen Erinnerungen haben sie an Ahlen? Gab es Vorbilder, gab es noch andere Sängerinnen, Sänger?


 

A.K. - Meine musikalischen Erinnerungen an die Stadt Ahlen sind mit der Stadthalle Ahlen verbunden. Ich war dort in meiner Schulzeit Dauergast und habe fast alles was es an musikalischen Angeboten gab; und das war damals sehr vielfältig, mitgenommen. Das musical Hair und ein Gastspiel einer italienischen Opernproduktion mit La Traviata kommen mir gerade in den Sinn.
Ich war nicht lang aber intensiv im Mädchenchor die "Westfälischen Nachtigallen" und konnte so selber auf der Bühne der Stadthalle Ahlen stehen. Zudem gab es ein Projekt mit meiner damaligen Grundschule mit Rolf Zukowski. Eine tolle Erfahrung, die mir schon damals gezeigt hat, dass ich mich auf der Bühne sehr wohl gefühlt habe.

War es einfach, an einer Oper eine Rolle zu bekommen?

A.K. - Nein, es ist nicht einfach ein Engagement an einem Theater zu bekommen, egal ob als Gast oder in einer Festanstellung. Damals wie heute spielen viele Faktoren eine Rolle, vor allem Glück im richtigen Moment.

Gibt es Rollen, die sie mehr interessieren, als andere?

A.K. - Ich bin offen für alles, und es gibt kaum etwas das mich nicht interessiert. Tatsächlich gibt es das Phänomen das die Partie mit der man sich gerade beschäftigt einem ans Herz wächst. Bei zeitgenössischer Musik muss man genau prüfen ob sie einem liegt.r in St. Bartholomäus

Welches war ihre schwierigste Rolle?

A.K. - Mozart ist immer eine grosse Herausforderung. Gerade die Rolle der Elettra aus Idomeneo erfordert höchste Anforderung auf allen Ebenen. Es ist ein zwiespältiger Charakter der mit allem ausgestattet werden muss was man hat. Nicht nur gesangstechnisch sondern auch interpretatorisch. Die Partie der Lakmé in der gleichnamigen Oper von Leo Délibes und die vier Frauenrollen in der Oper Hoffmans Erzählungen sind aufgrund der Länge der gesamten Partie schon ein Marathon.

Gibt es noch Lampenfieber? Wie gehen sie damit um?

A.K. - Wenn es kein Lampenfieber mehr gäbe, wäre ich emotional schon auf Abwegen. Ich gehe gar nicht damit um, sondern warte einfach auf den Moment wo es losgehen darf, dann gibt es sowieso keine Zeit mehr sich damit zu beschäftigen....

Gibt es ein Ritual vor einem Auftritt?

A.K. - Sicher, Rituale sind ja grundsätzlich wichtig im Leben. Ich brauche ein wenig Schlaf am Nachmittag, damit ich am Abend konzentriert sein kann. Bevor es auf die Bühne geht, gehe ich nochmals meine Partie durch und möchte allein sein. Reden, direkt vor Auftritten ist nicht meins.

Wie "anders" ist der Künstlerberuf im Gegensatz zu anderen
Dienstleistungsberufen?

A.K. - Ganz anders!

Welche Musik hören sie gerne zu Hause?

A.K. - Wenn es Zuhause oder im Auto Zeit gibt, höre ich gern Popmusik.
Oper höre ich ungern zuhause, lieber live.

Was bedeutet es für sie zu singen?

A.K. - Das Singen bzw. das Musizieren ist ein Lebenselixier. Meine Kindheit aber vor allem meine Jugend wären ohne die Musik im passiven wie im aktiven Sinne, ganz anders verlaufen. Man wird Teil einer "anderen Welt" und gleichzeitig wachsen die Wurzeln für das eigene Leben. Das Musizieren ist eine grossartige Sinnes Erfahrung. Man spürt sich selbst, den anderen, vor allem die anderen im Publikum und kann Momente erleben in denen alles eins wird. Das sind Sternstunden, in denen man vollkommen losgelöst von seinem eigenen Tun in höchster Konzentration aber gleichzeitiger Entspannung, über sich hinauswächst. Man ist ganz bei der Sache und beim "anderen", dem Zuhörer. Das Erlernen dieser Konzentration, oft über weite Strecken und vor allem die Hingabe an die Sache, sollte meines Erachtens nach eine elementare Erfahrung für jeden Menschen sein. Es würde heute in vielen sozialen Strukturen helfen, würde man sich und den anderen besser erleben.

Was würden sie jungen Talenten mit auf den Weg geben. Was sollten diese tun oder auch besser nicht tun?

A.K. - Jeder der einen Bühnenberuf anstrebt sollte dafür brennen und bereit sein Opfer zu bringen. Man wird reich beschenkt aber muss auch bereit sein viel zu geben. Vor allem sollte man wissen, dass es keine Erfolgsgarantie gibt.

 

Andreas Blechmann

04.03.2017, 11:00 Uhr, St. Bartholomäus Ahlen

Malerei und Musik

Die Verleugnung des Petrus

Julia Jork,  Malerei - Tätowierung

Andreas Blechmann, Orgel

"Live"- Malerei zur Passion mit Julia Jork. Orgelimprovisationen von Andreas Blechmann

Verleugnung des Petrus.

Eine Freundschaft wird von außen bedroht. Der Gewissenskonflikt des Petrus in seiner Hilflosigkeit und Angst:

Die Ankündigung der Verleugnung (Mk 14, 26-31) steht als Bindeglied zwischen dem letzten Mahl Jesu mit den Jüngern und der Szene in Gethsemane. Jesus prophezeit allen Jüngern, dass sie zur Sünde verleitet oder abfallen werden.

 

Petrus sündigt, weil er sich von Jesus abwendet, zu dem er existentiell gehört, dadurch fällt er aus dem Glauben und der Liebe, die das Gegenteil der Entfremdung sind. Petrus erkennt seine Sünde/Entfremdung, als der Hahn ruft. Das Weinen drückt seine starke Gefühlsbewegung aus. Es ist Ausdruck der Selbstzerstörung, die bei der Bewusstwerdung der Entfremdung einsetzt. Es sei denn, es gibt eine "erlösende Macht".

Jeder Mensch stellt immer wieder fest, dass er anders handelt, als er sollte und wollte, und dass er damit seine eigenen Überzeugungen verleugnet. Und doch spricht Gott ihm immer wieder Vergebung zu, die eine neue Chance eröffnet.

 

Julia Jork ist eine junge Künstlerin, die seit früher Kindheit die Malerei liebte. Nachdem sie sich verschiedenen Techniken, wie Öl, Acryl, Pastellkreiden, Aquarell oder Kohle bediente, entdeckte sie expressionistische, surrealistische und moderneThemen. Neben der Malerei ist die Kunst der Tätowierung zu ihrer Berufung geworden. Sie betreibt ein Studio in Bielefeld.

Design gehört zu ihren Lieblingsthemen. Zu ihren Lieblingskünstlern zählen Dali, Monet und Sahm.

Vor einigen Jahren wechselte die gelernte Lehrerin in den Beruf der Malerei und Tattoo.

In zahlreichen Ausstellungen konnte die Künstlerin ihre Werke der Öffentlichkeit präsentieren.