Kantatengottesdienst, "Wer sich selbst erhöhet" BWV 47

Oktober

Samstag, 01.10.2016, 11:00 Uhr

3. Kantatengottesdienst, Thema: "Oben und unten"

"Wer sich selbst erhöhet" BWV 47

Ausführende: Chorgemeinschaft St. Bartholomäus, Vokalensemble Ahlen

Orchester, Chor, Sopran, Bass 

Ansprache: Dr. Ludwig Kaulig ("Oben und unten") Lesungstexte: Ilse Blomberg

Leitung: Andreas Blechmann

Der Eingangschor ist der Schwerpunkt des Werks. Für das lange Ritornell benutzte Bach Musik seines Orgel-Präludiums in c-Moll (BWV 546), transponiert nach g-Moll. Die Oboen spielen ein in Sequenzen ansteigendes Motiv, das später in den Singstimmen ein Fugebthema wird, um die Selbsterhöhung darzustellen. Ein Kontrasubjekt in Gegenrichtung illustriert die Erniedrigung. Die Fuge wird durch einen bekräftigenden homophonen Nachsatz abgeschlossen. Die Abfolge von Fuge und Nachsatz wiederholt sich ein weiteres Mal, dann wird das Ritornell wiederholt mit einem Choreinbau, der den gesamten Text bekräftigend bringt.

Die Sopran-Arie wurde ursprünglich von einer obligaten Orgel begleitet, wie drei Wochen später die Arie Ich geh und suche mit Verlangen. In einer späteren Aufführung wählte Bach stattdessen die Violine. Die Da-Capo-Arie beschreibt Demut im ersten Abschnitt, Hochmut im Mittelteil durch widerborstige Rhythmik (Alfred Dürr), während das Continuo Themen aus dem ersten Abschnitt beibehält. Das einzigeRezitativist der zentrale Satz der Kantate und wird von Streichern begleitet. Die zweite Arie ist dreiteilig, doch ohne gesungenes Da capo. Oboe und Violine sind gleichwertige Partner zur Bass-Stimme in einem Gebet um Demut. Der Schlusschora ist in auffälliger Schlichtheit vierstimmig gesetzt.